Kammerchor

Der Kammerchor besteht aus einer kleinen Gruppe (maximal 25) stimmbegabter Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 – 13. Die Chorgruppe probt mittwochs abends von 18.30 – 20.00 Uhr und wird seit seiner Gründung 1993 von Monika Schmitt geleitet.

Repertoire

Im Mittelpunkt der Kammerchorarbeit stehen anspruchsvolle 4-8 stimmige Chorsätze aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen, die meist a cappella vorgetragen werden. Wenn es sich anbietet, werden spezielle Werke durch eine Choreographie (Bewegungssequenzen oder Tanzszenen) ergänzt.

Auftritte

Um die kammermusikalische  Verantwortung der einzelnen Sängerinnen und Sänger zu stärken, singt der Chor bei seinen Auftritten ohne Dirigentin, d.h. die Leiterin integriert sich als Sängerin in den Chor.

Der Kammerchor tritt auch außerhalb der Schulkonzerte auf (Bsp: Rotary Club, Pädagogischer Tag der Kreissparkasse, Deutsch-Amerikanischer Frauenclub, Philologenverband Rheinland-Pfalz, Europa-Union Kaiserslautern, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz,... ) und stellt bei diesen Gelegenheiten immer wieder seine Professionalität unter Beweis.

Kriterien

Kriterien für die Aufnahme in den Kammerchor sind eine gute Stimme, die beim Vorsingen getestet wird, und die Bereitschaft, regelmäßig an den Proben und Auftritten teilzunehmen.

 

MUSENKINO“ MIT DEM KAMMERCHOR DES ALBERT-SCHWEITZER-GYMNASIUMS

Es muss nicht immer klassische Musik sein. Dass auch Popmusik höchst anspruchsvoll sein kann, demonstrierte am Mittwochabend der Kammerchor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Kaiserslautern unter Leitung von Monika Schmitt beim „MusenKino“ im proppenvollen Programmkino Enkenbach-Alsenborn. Im Anschluss an das Vokalkonzert lief der preisgekrönte Film „Vaya con Dios“.

Nicht etwa sechs- und siebenstimmige Choräle aus der Renaissance, sondern Popsongs von im vergangenen Jahr verstorbenen Musiklegenden wie David Bowie, Leonard Cohen und George Michael standen im Programm des Kammerchors, der bereits seit Jahrzehnten für sein hohes musikalisches Niveau bekannt ist. Und die waren vokaltechnisch höchst anspruchsvoll. Die 20 Sängerinnen und Sänger meisterten die extremen Anforderungen an Stimmumfang, Intonationssicherheit und Expressivität mit Bravour. Und was hat dieser Chor nicht alles zu bieten: fragile Melodiebögen, ätherische Klänge, ein stufenloses Abblenden der Dynamik, wie von Geisterhand geregelt. Die Schülerinnen und Schüler kosteten das moderne harmonische Raffinement dieser Musik aus, ihre Feinheiten und Valeurs. Sie verstanden es, mit glasklarem, quasi instrumentalem Ton zu singen, andererseits ihren Stimmen aber auch ein warmes, zartes Timbre zu verleihen. Und das mit unbändigem Engagement. Monika Schmitt verlangte ihnen alles ab - und sie blieben ihr nichts schuldig. Nicht zu überhören war dabei aber auch die ausgezeichnete stimmbildnerische Arbeit durch Gerda Hagner-Ramirez. Der Chorklang war von betörender Reinheit, höhensicher intonierten Sopran und Tenor, die Bässe überraschten mit männlich ausgereiften, nachtschwarzen Stimmen. So bestach in „I Sing, You Sing“ von Anders Edenroth, „My Heart's Friend“ von Bob Chilcott und auch in Leonard Cohens „Hallelujah“ die architektonische Qualität der sorgfältig austarierten Verschachtelung der Chorstimmen. Gerade im „Hallelujah“ auch das kultivierte Phrasieren, das wunderbare Fließen des Tons durch gebundenen Legatogesang. Es rumste aber auch ordentlich, als David Bowies „Under Pressure“ oder George Michaels „Wake Me Up Before You Go Go“ (mit mitreißender Cajon-Begleitung durch Markus Munziger) zur allgemeinen Begeisterung zum Leben erweckt wurden. Die Akzente kamen da wie gemeißelt. Mit Zunge, Lippen und Gaumen schnalzte ein Quartett in „Words“ von Anders Edenroth und imitierte dabei gekonnt Schlagzeug und Bass, während der Chor zungenakrobatisch begleitete. Als akkurater pianistischer Begleiter zeichnete sich Simon Stemmler aus, der es ganz schön grooven ließ. Aber auch im A-Cappella-Gesang wusste das Vokalensemble zu begeistern, wie „Just Sing It“ von Carsten Gerlitz und „I'll Be There“ von The Jackson 5 zeigten. Auch da rockte es beim verwirrenden Verweben der Stimmen ganz schön ab, und in „Sometimes I Wish“ von Ilja Panzer vermischten sich die Gesangsstimmen sogar mit Schnalzgeräuschen durch Lippen und Zungen. Der begeisterte Beifall war verdienter Lohn für alle Beteiligten.

Im Gegensatz zu diesem mitreißenden Pop bestachen die Cantorianer-Mönche in dem anschließenden Film „Vaya con Dios“ bei Motetten aus der Renaissance-Zeit mit ihren unverbildeten Stimmen und einem besinnlichen, verinnerlichten, intimen Klangbild, das den Eindruck perfekten Gesangs vermittelte. Besonders von dem glockenklaren Falsett des Countertenors Arbo ging die Faszination eines Singens von höchster Künstlichkeit und Kunstfertigkeit aus.

(Walter Falk für die Rheinpfalz, erschienen 23.06.2017)